Die 39. Schwangerschaftswoche (39. SSW)

Die 39. Schwangerschaftswoche (SSW) ist die vorletzte Schwangerschaftswoche (SSW) und es bedeutet, dass es nur noch ein paar Tage bis zur Geburt dauert!

Viele Schwangere versuchen noch, in den letzten Tagen vor der Geburt noch alles Mögliche zu erledigen oder zu organisieren, wenn sie denn körperlich noch einigermaßen fit sind. Eigentlich wäre es aber besser, sich als werdende Mutter in den letzten Tagen vor der Geburt noch einmal richtig auszuruhen und sich so wenig wie nur möglich zu betätigen, um die körperliche und auch mentale Energie für die Geburt zu wahren. Eine angenehme Massage vor der anstrengenden Geburt tut sicher auch dir gut!

Vielleicht nutzt du aber auch die verbleibende Zeit dazu, um dich weiter mit Babys Entwicklung in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt auseinanderzusetzen. Schließlich wird es unglaublich spannend werden, welche Entwicklungsstufen dein kleiner Schatz durchlaufen wird. Das Buch „Babyjahre“ von Remo H. Largo ist das Standardwerk über Babys Entwicklung und Erziehung und gehört auf jeden Fall zur Erstausstattung.

Ein harter Bauch, der zuvor ein Zeichen des Wachstums des Babys, eine Folge von Verdauungsstörungen oder von kleineren Muskelkrämpfen der wachsenden Gebärmutter war, kann nun im Zusammenhang mit Schmerzen ein Anzeichen für Vorwehen sein und möglicherweise zeigen, dass die Geburt ansteht. In diesem Fall solltest du deine Hebamme kontaktieren, damit sie mit dir gemeinsam weiteres Vorgehen absprechen kann. Wenn du eine Hausgeburt geplant hast, sollte allmählich alles gemeinsam mit deiner Hebamme dafür vorbereitet werden.

Glücklicherweise gibt es eindeutige Anzeichen dafür, dass das Baby in deinem Bauch bereit für die Geburt ist. Auch wenn du einen harten Bauch hast, aber noch keine Schmerzen verspürst, solltest du dich trotzdem stets selbst gut beobachten, um jegliche Veränderungen an und in deinem Körper während der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) richtig zu deuten. Denn theoretisch kann die Geburt jeden Moment einsetzen, weshalb du, dein Partner oder deine engsten Vertrauten, mit denen du dich in den letzten Tagen der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) umgibst, darauf vorbereitet sind, dass es jeden Augenblick losgehen kann.

 

Veränderungen des Körpers ab der 39. SSW

Dein runder Bauch, der aufgrund des Gewichts nun mehr nach unten als nach oben gerichtet ist, verursacht möglicherweise Rückenschmerzen, die du am besten durch ruhiges Liegen lindern kannst. Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen sind aufgrund des großen Bauchumfangs und des Hormonhaushalts natürlich weiterhin typische Begleiterscheinungen in der 39. Schwangerschaftswoche (SSW).

Wenn du nun auch einen leichten vaginalen Ausfluss bemerkst, so kann es sich um das sogenannte Zeichnen handeln. Dabei löst sich der Schleimpfropf vom Ende des Gebärmutterhalses ab und verursacht eine leichte Blutung, die sogenannte Zeichnungsblutung. Dies kann ein Hinweis auf die bald eintretende Geburt sein. In diesem Fall kontaktierst du am besten deine Hebamme oder fährst direkt in die Geburtsklinik.

Des Weiteren ist es in der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) durchaus möglich, dass die Fruchtblase platzt. Dies kann sich durch vereinzelte Tropfen äußern oder auch in einem Schwall. Für beide Fälle ist es gut, sich bereits davor um eine Binde oder ein saugfähiges Handtuch zu kümmern und dies stets in der Nähe zu haben.

Wenn ein Blasensprung einsetzt, so findet ganz bald auch die Geburt statt, weswegen du dann bei einer geplanten Hausgeburt deine Hebamme benachrichtigen solltest oder dich bei einer Geburt in der Klinik von deinem Partner oder einer anderen vertrauten Person oder von einem Taxi dorthin fahren lassen solltest.

 

Entwicklungen des Babys ab der 39. SSW

Dein Baby kann es kaum erwarten bald auf die Welt zu kommen, denn es ist in der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) bereits vollständig körperlich entwickelt. Inzwischen ist es durchschnittlich 50 cm lang und 3250 g schwer – beinahe ein perfektes Geburtsgewicht!

Lediglich die Schädelplatten des noch Ungeborenen sind noch nicht ganz miteinander verwachsen. Dadurch bleibt der Kopf bis zur Geburt noch so flexibel, dass das Baby durch den Geburtskanal passt. Außerdem kann sich dann nach der Geburt das Gehirn des Kindes noch gut entwickeln und größer werden, da die fühlbaren, nicht zugewachsenen Stellen der Schädelplatten, die sogenannten Fontanellen, erst nach ungefähr 24 Monaten oder sogar manchmal erst nach 2 bis 4 Jahren nicht mehr von außen zu spüren sind. Die Schädelplatten sind sogar erst nach einigen Lebensjahren vollständig miteinander verwachsen.

Die weiche Lanugo-Haare sind fast überall verschwunden, lediglich an Ohren, Stirn und Rücken ist noch ein weicher Flaum übrig, der aber in den ersten Lebensmonaten verschwindet. Die meisten Babys haben in der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) noch keine Zähne, sondern nur Furchen, die auf die entstehende Zahnreihe im kleinen Zahnkiefer schließen lassen, aus der bei den meisten Babys ab dem 6. Lebensmonat allmählich die ersten Zähnchen sprießen.

 

Anzeichen, dass die Geburt kurz bevorsteht

Wie bereits gesagt, ist eine Geburt ab der 39. Schwangerschaftswoche (SSW) theoretisch möglich. Für eine bevorstehende Geburt gibt es auch einige eindeutige Anzeichen, die du an und in deinem Körper erfährst.

 

Das Immunsystem des Babys ab der 39. SSW

In der 39. SSW ist das noch ungeborene Baby also – bis auf die Zähne – schon fast vollständig entwickelt, so dass es in einer Woche problemlos auf die Welt kommen kann. Lediglich das Immunsystem des Babys wird erst während der Geburt auf das Leben auf der Welt vorbereitet und aktiviert.

Im Mutterleib ist das Ungeborene noch völlig frei von Keimen; weder im Mund noch im Darm oder auf der Haut, wo es bei Erwachsenen von Bakterien nur so wimmelt, sind Keime vorhanden. Kommt ein Baby aber durch den Geburtskanal auf die Welt, so nimmt es auf diesem Weg schon die ersten Bakterien mit: aus der Vaginalflora und teils auch aus der Darmflora der Mutter. Die Geburt stellt also die erste Aufgabe für das Immunsystem des Babys dar, weil dabei die körperliche Immunabwehr des Babys ihre uneingeschränkte Funktion beweisen muss.

Prinzipiell braucht das menschliche Abwehrsystem “Übung”, um gut zu funktionieren. Das heißt, es muss erst mit Keimen in Kontakt kommen, um gegen sie Antikörper bilden zu können. Diese Antikörper speichert es dann für sein Leben lang, um sie beim nächsten Mal sofort parat zu haben und sie gegen die erneut auftretenden Keime effektiv einsetzen und die Bakterien oder Keime bekämpfen zu können.

Da das Immunsystem von Babys im sterilen Mutterleib keine Möglichkeit zur „Übung“ hat, bekommt es kurz vor der Geburt, nämlich ab der 34. Schwangerschaftswoche (SSW), Antikörper von der Mutter übertragen. Die ersten Bakterien, mit denen das Baby dann in Kontakt kommt, sind die Milchsäurebakterien aus der Vaginalflora des Geburtskanals bei der Geburt.

Dieser Kontakt ist zum ersten eine gute Übung zur Stärkung des Immunsystems des Babys und zum zweiten werden die Milchsäurebakterien zu den ersten Keimen der späteren Darmflora des Kindes.

Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden, kommen leider nicht mit Bakterien der Vaginal- und Darmflora, sondern lediglich mit Hautbakterien in Kontakt. Was dies für Auswirkungen auf deren Abwehrkräfte hat, ist noch nicht vollkommen geklärt.

Manche Studien zeigen, dass Kaiserschnitt-Kinder ein höheres Allergierisiko, sowie ein erhöhtes Risiko für Asthma, Darmkrankheiten und andere Immunschwächekrankheiten haben. Ein direkter Zusammenhang ist aber bisher noch nicht bewiesen.

Jedoch alle Babys kommen mit Antikörpern ihrer Mütter auf die Welt – man nennt dies “Nestschutz”. Dieser Nestschutz hält ungefähr neun Monate, nach drei Monaten aber nimmt er schon stark ab. Was kann man also tun, um die Immunabwehr der Babys zu stärken?

Stillen ist die optimale Nahrungsaufnahme für Babys. Muttermilch enthält unter anderem Antikörper und den “Bifidusfaktor”. Dieser sorgt dafür, dass sich eine gute Darmflora beim Baby entwickelt.

Fängt das Baby mit der Beikost an, so sollte darauf geachtet werden, dass pro Woche nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird, damit das Immunsystem des Babys Zeit hat, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Eisen, Zink und Selen stärken die Abwehrkräfte. Eisen kommt zum Beispiel in Fleisch, Hirse oder Hülsenfrüchten vor; Zink in Fleisch, Fisch und Vollkornprodukten. Selen findet sich in Thunfisch oder Getreideprodukten.

“Dreck macht Speck”, wie man so schön sagt, d.h. das Spielen mit anderen Kindern und auch mal im Dreck sowie Aufenthalte auf Bauernhöfen sind durchaus sinnvoll, denn das alles hilft dem Abwehrsystem des Babys, sich gut zu entwickeln.

Zu Hause sollte man nicht alles desinfizieren, denn wenn das kindliche Immunsystem zu selten mit Bakterien und Keimen in Berührung kommt, so steigt das Risiko, dass sich Allergien oder andere Immunschwächen entwickeln. Lediglich Babyfläschchen, Schnuller und das Zubehör der Milchpumpe sollten in den ersten Monaten regelmäßig sterilisiert werden. Dazu kannst du das Zubehör in kochendem Wasser auskochen oder aber Schnuller und Co in einem Sterilisator bzw. Vaporisator von schädlichen Bakterien und Keimen befreien.

Auch Impfen stärkt das Abwehrsystem. Hier werden in kleinen Mengen Teile von Keimen gespritzt, auf die das Immunsystem unbemerkt Antikörper entwickelt. Impfen bewahrt das Baby also davor, eine bestimmte Kinderkrankheit richtig “abzubekommen”.

Da das Immunsystem viel üben muss, sind Kinder leider oft krank. Bis zu 12 Mal im Jahr ist normal! Da müssen alle Kinder und Eltern leider durch, aber es ist die einzige und beste Übung für die Abwehr.

Weitere Informationen bezüglich des kindlichen Immunsystems erhältst du bei deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt. Nach der Geburt deines Kindes ist bei Fragen diesbezüglich der Kinderarzt deines Vertrauens der beste Ansprechpartner.

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